Trefin - GLASTONBURY - Harwich

04. -  07. Juli 1999

The George and Pilgrims HotelAm Samstag nachmittag erreichen wir dann the ancient isle of avalon, nachmittags natürlich voller Touristen. Wir schlängeln uns durch die Stadt bis wir einen der begehrten Parkplätze ergattern. Unser Hotel The George and Pilgrims wurde im 12. Jahrhundert gebaut und dann 1457 wieder neu errichtet. Wir haben einen four poster room, ein Zimmer mit einem Himmelbett, mit vielen alten Möbeln, traumhaft schön und alt, auch wenn das Bett von den vielen Generationen durchgelegen ist. Als Begrüßung wandern wir noch auf den Tor, trotz der Wolken ist es ein schöner Tagesabschluß.Der Tor vom Wearyall-Hügel aus gesehen


Auf dem Gebiet der Glastonbury AbbeyWir sitzen mitten im Grün, auf dem Gelände der Abbey, vor uns die Ruinen und das Grab von König Arthus, hinter den Bäumen scheint der St. Michaels Turm vom Tor herüber. Allerdings ist heute nichts mit Ruhe da an diesem Wochenende eine der großen Pilgerfahrten in die heiligste Englands stattfindet! Und einer der Höhepunkte ist wahrscheinlich die Open Air Messe in den Ruinen des Klosters... Der bittere Nachgeschmack dabei ist, daß eine Bühne zwischen den Ruinen azfgebaut wurde, halb das Grab von König Artus überdeckend. Der Pilgerrummel ist dann auch dementsprechend. Naja, alles kann man wohl nicht haben, also geben wir uns mit dem trockenen Wetter zufrieden. Mittlerweile haben wir ins BLUE NOTE CAFE gewechselt, trinken Earl Grey Tea , der für mich hier schon fast Tradition hat, essen Mushrooms und und und... Die ganzen kleinen Lädchen von "The Glastonbury Experience" haben wir natürlich auch durchforstet, hier und da ,inmitten der Räucherstäbchen, Alternativklamotten, magischen Zeichen, Halbedelsteinen, Buddhafiguren und New Age Music auch noch etwas für uns gefunden. Einen Besuch ist es allemal wert, wenn nicht sogar ein MUSS um die Atmosphäre der Stadt und der Menschen, der Pilgerer zu erfahren.
Wieder sitzen wir im Grünen, jetzt, nach der CHALICE WELL, der heiligen Quelle oder Blutquelle, in deren Brunnenschaft der heilige Gral längere Zeit gestanden hat, neben dem HOLY THORN auf dem WEARYALL-Hügel. The Holy ThornDieser heilige Dorn (Weißdorn) blüht zu Weihnachten und hat folgende Geschichte: "Joseph von Arimathea erhielt den Auftrag einen Berg zu finden, der dem Berg der Visionen, dem Berg Tabor, gleicht. Nach langen Irrfahrten sah Joseph vom Schiff aus den Tor, der in der Tat eine verkleinerte Version des mächtigen Berges aus der Yesreel-Ebene ist. Daraufhin schlug er seinen alten, knorrigen Wanderstab in die Erde, als Zeichen daß dies der richtige Ort und sein Ziel sei. Kurz darauf begann der Stab auszuschlagen, zu grünen und blüht seitdem zu Weihnachten...." Die Sicht von hier oben ist herrlich - Andrea neben mir, die Stadt liegt uns zu Füßen, der Verkehr rauscht nur gedämpft zu uns hoch und im Wechselspiel der Wolken werden die Kathedrale, die Abbey und der Tor erleuchtet. Wir sitzen inmitten all dem Grün, ohne Pilger und Druiden, ohne extrem hohe Eintrittsgelder und Verbote, nur die Kühe nähern sich uns langsam vom Gipfel her. Hinten am Horizont ziehen sich die Mendip Hügel entlang und vor uns die trockengelegte Marschlandschaft aus uralten Zeiten. Erinnerungen an Avalon- und Merlin-Bücher und natürlich an Glastonbury Romance kommen auf....


Hatte ich eigentlich schon erwähnt, daß wir in einem uralten Hotel wohnen? Zumindest erwähnt hatte ich wohl, daß es 1457 von Abbot Selwood wieder neu aufgebaut wurde. Aus dieser zeit scheint auch noch die komplette Einrichtung zu stammen... Hier im Pub ist der Fußboden mit einem dicken, verblichenem roten Teppich ausgelegt, die dicken dunklen Tischplatten inmitten der biergeschwängerten Luft könnten wahrscheinlich viele Geschichten erzählen, fünfzig Jahre an Alter reichen da bestimmt nicht aus... und die Sessel mit ihrer roten Lederpolsterung und hölzernen Armlehnen, die von den vielen Besuchern hellgeschabt sind, die Tischplatten, die keine scharfen Kanten mehr haben, abgerundet, knarrend, dunkel gegerbt vom vielen Stout... Aber das Beeindruckendste sind neben den mehr als zwanzig Zentimeter dicken Holzbalken an Decke und Wänden vor allem die bleigefaßten Butzenfenster. Die Fensterfront besteht aus einer viergeteilten Nische, die links und recht jeweils von einem weiteren Fenster begleitet wird. Die Mitte der Fenster ist klar, umrahmt von einem blau gelb rotem Farbenspiel, oben mit den Ornamenten des Steins verschmelzend. Die mittlere Form der Ornamente könnten symbolisierte gefaltete Hände darstellen ebenso wie die stilisierte Silhouette des Tor, umrahmt von runden, kreuzähnlichen Symbolen. Inmitten der Nische befindet sich eine kleine Sitzbank mit Blick zur Bar, doch jeder Blick mit Hoffnung auf Bedienung ist hier vergebens, wie in jedem Pub ist self service angesagt, bestellen und bezahlen sofort an der Bar, why not. Die Steine der Fensterbank sind geschwärzt vom Alter und großflächig abgebrochen und abgegriffen, der Stein erscheint fast speckig. Bei einem Pint Beamish Stout zieht der Tag noch einmal vorbei – irgendwo hatten wir ein Faltblatt über die Wookey Hole Cavern mitgenommen. Mich hat noch mehr als die Höhle und die Attraktionen fasziniert, daß ein Teil der Handlung des Romans "Glastonbury Romance" von John Cowper Powys dort stattfindet. Also erkoren wir die Höhlen zu unserem heutigen Ziel, obwohl wir wieder einmal durch den deftigen Preis von DM 21 pro Person ziemlich abgeschreckt wurden. Doch diese riesige Höhle, die durch den River Axe geformt wurde, von der heute sechsundzwanzig Kammern erforscht wurden und alles weiter unbekannt ist, wo die Spuren der Besiedlung bis weit in die Urzeit reichen und selbst Knochen gefunden wurden, die auf 25.00 bis 35.000 v.u.Z. datiert werden, diese Höhle hat uns dann doch in ihren Bann gezogen. Mit dem der Öffentlichkeit zugänglichen Bereich von neun Höhlenkammern, deren Längste sechzig Meter mißt, eine Andere einen Durchmesser von vierzig Meter hat, der durch einen jahrtausendelangen Wasserwirbel verursacht wurde oder der Eingangsbereich mit einem riesigen zusammengewachsenen Stalagmiten hat diese Höhle uns echt begeistert. Am Ausgang erwartet uns dann ein kleiner Kanal, der vom Fluß abgezweigt wurde um die Papiermühle zu betreiben.. Noch heute wird dort Papier hergestellt, man kann die Männer bei der Arbeit betrachten oder sich sogar selbst darin versuchen. Ein sich anschließendes Spiegelkabinett und ein kleiner Spielsalon sowie ein Geschäft runden das Bild einer Familien – All – Wetter – Attraktion ab. Allerdings ereilte uns ein Gewitterguß, dessen ersten Teil wir in einem Laden und dem zweiten Teil im Restaurant entgehen. Trotz des jetzt sehr regnerischen Wetters fahren wir weiter nach CDer St.Michaels Turm auf dem TorHEDDAR, der Käsestadt Englands. Wieder einmal erleben wir Tourismus pur, wenn auch hauptsächlich für die Briten. Die berühmte Schlucht und die Höhlen sowie die Käserei zieht die Leute an, alles quillt über, kaum ein freier Parplatz zu finden, geschweige denn ein Kostenloser – minimale Gebühr 4,50 DM! Doch die anderen Preise sind ebenso hoch wie in Wookey Hole, selbst der Wanderweg über der Schlucht wird noch vermarktet... Wir finden hier zumindest einen One-Valley-Laden, wo es die langersehnten Fleece-Jacken zum einzippen für unsere neuen Regenjacken gibt. Letztere werden auch noch auf die Probe gestellt, denn kaum haben wir den Anstieg begonnen, um die Höhen seitlich der Schlucht zu erklimmen, als auch schon der Regen einsetzt. Wir lassen uns davon zuerst nicht abhalten, besteigen auch noch den Aussichtsturm, von dem wir den herrlichen Blick entlang der Mendips genießen, doch dann wird die Feuchtigkeit zu arg, das Klima hat mittlerweile eine starke Ähnlichkeit mit einem Gewächshaus im Hochsommer... Wir steigen über die Treppe ab und fahren zurück nach Glastonbury, noch einmal zum Tor, denn hier ist jetzt schönes Wetter, strahlender Sonnenschein, erklimmen den magischen Hügel einmal mehr, ruhen aus im Windschattengras, genießen die Gegend, die Wärme, die herumtobenden Schmetterlinge und müssen doch schon Abschied nehmen von dem tauchenden Drachen Wearyall Hill und der umgedrehten Schöpfkelle Chalice Hill. Die Wolken werden jetzt auch hier wieder dunkler, rücken näher heran, im Gegenwind ziehen sie auf die Mendips zu, verfehlen uns nur knapp und dann entsteht ein irrsinniger Regenbogen komplett halbrund und almost perfect, wir haben so etwas noch nicht gesehen, erleichtert er uns den Abschied vom immer noch im Sonnenlicht gleißenden Turm....

 
Stonehenge

Andrea & Oliver auf dem Gelände von Stonehenge

Gras. Klee. Steine. Und Menschen, viel mehr als zuvor in diesem Urlaub und gar nicht mehr vergleichbar: englisch, deutsch, japanisch und ungarisch... Na klar, Stonehenge ist schließlich die Attraktion der ancient times, immer noch eingehüllt in den dichten Mantel des Mythos. Denn warum wurden ausgerechnet die blauen Steine aus Preseli, Pembrokeshire verwendet? Das liegt immerin weit über 150 km entfernt. Warum sind diese Steine auf den Sonnenaufgang ausgerichtet? War es ein Sonnentempel? Eine astronomische Uhr? Oder alles doch nur ein simpler Zufall? Stonehenge mit seiner Achse

Ehrfurcht vor der Bauleistung darf man auf jeden Fall empfinden. Auf die Wiese legen und nur die Umgebung genießen, die Gegenwart der Steine erleben, spüren, auf sich einwirken lassen... Seit ca. 5500 Jahren stehen diese Steine bereits hier, zuvor gab es vermutlich einen äußeren Kreis aus Holz.... Übrigens, die blauen Steine sind um einiges wärmer als die normalen Steine aus der Umgebung. Die Beispielsteine am Parkplatz verdeutlichen das sehr stark. Wir verlassen diesen interessanten, menschenüberfluteten Ort und entschließen uns noch das WHITE HORSE von UFFINGTON zu besichtigen.

 

 

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08.08.99 Oliver Mayfarth