|
Llangollen - BETWS-Y-COED - Aberystwyth
Wir haben es geschafft! Nicht gerade den Mount Everest,
aber YR WYDDFA, oder MOUNT SNOWDON, der mit 1085 m der höchste Berg von
England und Wales ist. Von den sechs Aufstiegsmöglichkeiten auf den Gipfel
wählten wir eine der Leichtesten, den SNOWDON RANGER PATH. Ab dem Monolithen, der die Vereinigung des Llanberis Path mit
dem Snowdon Ranger Path kennzeichnet, war nur noch ein Menschengewusel
auf dem Weg zu sehen, zwischen dem die SNOWDON MOUNTAIN RAILWAY hochschnaufte.
Noch extremer wurde es bei der Einmündung des Miners Path. Am Gipfel selbst
war jedoch ein derartiger Hochbetrieb zu verzeichnen, daß die Besteigung
des letzten meters Gipfel schier unmöglich wurde. Hier rollt natürlich
im Viertelstundentakt ein neuer Zug an, der die nicht-bergwandernde Bevölkerung
auf den Gipfel befördert. In der knapp bemessenen halben Stunde, die den
Zugpassagieren bis zur Abfahrt zur Verfügung steht, wollen diese natürlich
soviel wie möglich sehen... Doch nicht nur Menschen genießen hier den
Frieden auf der Bergspitze, in einem schier immerwährenden Spiel lassen
sich die Möven im Hangaufwind treiben, stehen fast bewegungslos in der
Luft, rudern kurz mit den Füßen, korrigieren mit den Flügeln die Richtung
und stürzen sich auf das nächste Krümel Brot, das ein Tourist fallenließ.
Nachdem wir einigermaßen getrocknet und gesättigt (Sandwich
+ Snickers + Pepsi) waren, begaben wir uns auf den Abstieg. Da wir den
Snowdon Ranger Path schon aufwärts kennengelernt hatten, wählten wir den
benachbarten RND DDU PATH, der uns entlang des Kammes führte, bevor es
westwärts steil hinunterging. Die Aussicht auf dem ersten Wegstück sind
schon fast spektakulär! Der Blick ins Tal, in den verlassenen Steinbruch,
die stillen Bergseen, die mit ihrem Tiefblau verzaubert scheinen, das
saftig grüne Gras... owdonia
Reviers scheinen sie sich wohl zu fühlen. Zurück in Betws-y-coed setzt
schlagartig ein Gewitter ein, nicht einmal weit entfernt und sehr heftig.
Am nächsten Tag erfahren wir, daß Fax und Telefon nicht mehr einsatzfähig
sind, ebenso wie die Alarmanlage, der Blitz hat doch sehr nah eingeschlagen.
Jetzt dringt frische Waldluft mit dem Geruch von frischer Erde und Pilzen durch das Fenster.... es tröpfelt, rauscht leise vor sich hin...
Mittlerweile haben wir strahlend blauen Himmel, uns zieht es weiter nch BEAUMARIS. Hier, auf der sturmumtobten Insel Anglesey, der legendären Druideninsel Mona, genießen wir den Blick über den MENAI STRAIT, den schmalen Meeresarm, hinüber auf die Gipfel des Snowdonia Reviers traumhaft schön! Schon jagen wieder Wolken von Süden heran, verhüllen die Gipfel und den Himmel über dem Festland. Wir fahren wieder zurück zu dem Ort, von dem unsere Vermieterin sagt "Wenn es eine große dunkle Wolke über Wales gibt, dann liegt sie genau über Betws-y-coed", bummeln im Dorf noch mal ins Royal Oak, lassen den Abend gemütlich ausklingen... Wieder hat es die Nacht geregnet und wir müssen Betws-y-coed verlassen und unser schönes Bed & Breakfast Guesthouse TAN DINAS. Schweren Herzens verlassen wir die Berge, denn wie sieht unsere nächste Unterkunft aus, wie die Umgebung? Doch zuerst fahren wir über LLANBERIS nach CAERNARFON, noch mal vorbei an "unserem" Gipfel YR WYDDFA bis wir das mittelalterliche Segontium erreichen. Hier hat Edward I. eine weitere Trutzburg gegen die Waliser errichtet und gleichzeitig eine der imposantesten. Hier hat er auch durch einen Trick den Anspruch der englischen Krone auf Wales untermauert er seinen Sohn als Prince of Wales krönen. Dieses Castle wirkt unwahrscheinlich wehrhaft und trotzig und dennoch hat es keinen einzigen Kampf zu bestehen gehabt. Doch in den schattigen Gängen, auf den Zinnen, Türmen dieser Burg kann man sich schon fast verlaufen, wenn man alle besichtigt, ist zumindest ein Muskelkater in Erwägung zu ziehen. Nach einem intensiven mehrstündigen Bummel durch das Castle schlenderten wir durch die Stadt bevor wir uns auf die Straße nach Süden begaben. Unsere Tour führt uns durch PORTHMADOG und DOLLGELLAU nach ABERYSTWYTH. Die Landschaft wechselt sich hier so stark ab: Meer, Berge, dichte Nadelwälder, kahle Gipfel und Seen...
|
|
26.07.99 Oliver Mayfarth |