Llangollen   - BETWS-Y-COED - Aberystwyth


26. - 28.Juni 1999


Landschaft am River Dee

Leiter über einen Weidezaun am River Dee Diese Touristenstadt besteht hauptsächlich aus Hotels und Restaurants sowie einigen Läden. Und der Landschaft natürlich, der Umgebung, die wildromantischer kaum sein kann. Doch zuerst suchen wir unser Bed & Breakfast Guesthouse TAN DINAS. Nach einigem Suchen werden wir fündig – etwas abgelegen im Wald steht ein dunkles Haus... Der freundliche Hund will nur gekrault werden und schaut uns friedlich an. Ann und Dave, die Besitzer, sind ein freundliches, älteres Ehepaar, die in diesem Haus, das einem englischen Gruselkrimi entsprungen zu sein scheint, residieren und einen Teil der Zimmerfluchten vermieten. Aus unserem geräumigen Zimmer blicken wir auf Wiesen, ein Tal voller grüner Weideflächen und natürlich auf Bäume und Schafe... Nach dem Dinner im Ort (es war nur ein Pub-Meal) laufen wir entlang des Flüßchens zurück, an Kühen und Schafen vorbei, durch dichten Wald, klettern über die allgegenwärtigen Weideabsperrungen und finden nach einer Brücke, die mit Neigung über den Fluß führt (Miners Bridge) endlich wieder nach Hause zurück.

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Wir haben es geschafft! Nicht gerade den Mount Everest, aber YR WYDDFA, oder MOUNT SNOWDON, der mit 1085 m der höchste Berg von England und Wales ist. Von den sechs Aufstiegsmöglichkeiten auf den Gipfel wählten wir eine der Leichtesten, den SNOWDON RANGER PATH. Andrea beim Aufstieg über den Snowdon Ranger PathEinfacher war es vor allem dadurch, daß der Ausgangspunkt für diese Tour auf 400 Meter Höhe liegt und der erste Teil sehr langsam ansteigt, später steiler wird aber immer noch sehr angenehm begehbar ist. Die anderen Wege, außer dem LLANBERIS PATH, fangen sehr sanft und malerisch an, eskalieren dann allerdings in einem Steilhang. Zusätzlich erschwerend kam der starke Südostwind dazu, der mit 40 – 50 km/h gegen uns anstürmte. Mit der Wahl des Weges hatten wir aber noch in anderer Hinsicht eine gute Wahl getroffen – wir haben nur acht Leute während des Aufstieges getroffen, die in die gleiche Richtung gingen und wenige, die gerade abstiegen.Oliver beim Aufstieg über den Snowdon Ranger Path

Ab dem Monolithen, der die Vereinigung des Llanberis Path mit dem Snowdon Ranger Path kennzeichnet, war nur noch ein Menschengewusel auf dem Weg zu sehen, zwischen dem die SNOWDON MOUNTAIN RAILWAY hochschnaufte. Noch extremer wurde es bei der Einmündung des Miners Path. Am Gipfel selbst war jedoch ein derartiger Hochbetrieb zu verzeichnen, daß die Besteigung des letzten meters Gipfel schier unmöglich wurde. Hier rollt natürlich im Viertelstundentakt ein neuer Zug an, der die nicht-bergwandernde Bevölkerung auf den Gipfel befördert. In der knapp bemessenen halben Stunde, die den Zugpassagieren bis zur Abfahrt zur Verfügung steht, wollen diese natürlich soviel wie möglich sehen... Doch nicht nur Menschen genießen hier den Frieden auf der Bergspitze, in einem schier immerwährenden Spiel lassen sich die Möven im Hangaufwind treiben, stehen fast bewegungslos in der Luft, rudern kurz mit den Füßen, korrigieren mit den Flügeln die Richtung und stürzen sich auf das nächste Krümel Brot, das ein Tourist fallenließ. Möve auf dem Snowdon

Nachdem wir einigermaßen getrocknet und gesättigt (Sandwich + Snickers + Pepsi) waren, begaben wir uns auf den Abstieg. Da wir den Snowdon Ranger Path schon aufwärts kennengelernt hatten, wählten wir den benachbarten RND DDU PATH, der uns entlang des Kammes führte, bevor es westwärts steil hinunterging. Die Aussicht auf dem ersten Wegstück sind schon fast spektakulär! Der Blick ins Tal, in den verlassenen Steinbruch, die stillen Bergseen, die mit ihrem Tiefblau verzaubert scheinen, das saftig grüne Gras... Der See Llyn LlydawEine der schönsten Bergseen, der LLYN LLYDAW ist der Ort von einigen Sagen, hier soll das Schwert CALIBURN von König Arthus ruhen... Es dauerte nicht mehr lange, da wurden die Schafe wieder unsere ständigen Begleiter, die Möwen blieben zurück auf dem Gipfel, umringt von Touristen oder war es andersherum? Der Wind frischt auf und der Himmel verdunkelt sich, immer neue Wolken werden herangetrieben, wir hoffen, daß wir noch vor Einsetzen des Regens unser Auto erreichen. Mittlerweile erschwert, trotz des relativ leichten Gefälles, Geröll den Abstieg. Dann endlich umgeben uns hauptsächlich Wiesen entlang des Weges bis zur Straße - und dann bleiben nur noch drei Kilometer Landstraße ohne Randstreifen zu laufen. Kurz vor Erreichen des Autos ereilen uns die ersten Regentropfen, allerdings war dies nur ein kurzer Schauer, wir sammeln noch ein Pärchen ein, die auch zu ihrem Auto zurück wollen. Dann, bei CAPEL GURIG fängt der Regen an, die Wolken haben eine neue Heimat gefunden, zwischen den Hängen des SnMount Snowdon - der Gipfelowdonia Reviers scheinen sie sich wohl zu fühlen. Zurück in Betws-y-coed setzt schlagartig ein Gewitter ein, nicht einmal weit entfernt und sehr heftig. Am nächsten Tag erfahren wir, daß Fax und Telefon nicht mehr einsatzfähig sind, ebenso wie die Alarmanlage, der Blitz hat doch sehr nah eingeschlagen.

 

Jetzt dringt frische Waldluft mit dem Geruch von frischer Erde und Pilzen durch das Fenster.... es tröpfelt, rauscht leise vor sich hin...


Oliver in ConwyGraue Schwaden ziehen durch den Morgen, Feuchtigkeit rinnt von den Blättern, der Muskelkater des Snowdon kriecht durch unseren Körper, vor dem Fenster da beruhigende Tropfen – ein Tag zum im-Bett-bleiben! Wir entschließen uns später zu einem Besuch der PENMACHNO WOOLLEN MILL. Dies ist eine der zahlreichen Wollmühlen im ganzen Lande, eine, die immer noch in Betrieb ist, wo noch immer nach alten, längst überholten, Verfahren Stoff gewebt wird. Wir betreten den Maschinensaal, höllischer Lärm erfüllt die Halle, an der Decke sind noch immer die alten Transmissionsriemen und –gestänge zu sehen, die die Kraftübertragung vom Wasserrad auf die vielen Maschinen ermöglichte. Heutzutage erfolgt der Antrieb nicht mehr mit Wasserkraft, es wurden Elektromotoren eingesetzt, trotzdem scheinen die Maschinen, die wir sehen, schon jenseits der Fünfzig zu sein. Schade, daß die gewebten Stoffe so rauh und kratzig sind und so teuer und so komische Farben... Wir kaufen zumindest Regenjacken hier, erst am Ende unserer Reise erstehen wir dann die dazugehörigen Fleece-Shirts... Als wir die Mühle verlassen, klart der Himmel auf, wir fahren weiter nach CONWY. Das kleinste Haus GroßbrittaniensHier, an der Mündung des gleichnamigen Flusses, liegt eins der alten Castles, die Edward I. errichten ließ um die Waliser zu unterjochen / befrieden. Conwy Castle war eines der ersten, und heute besterhaltensten Castles, die die komplette Stadt mit ihren Mauern einschließen. Den Walisern war das Leben in der Stadt nicht gestattet, sie sollten sich lediglich in der Nähe der Mauern ansiedeln und damit seßhaft werden. Am Hafen steht dann eine weitere touristische Attraktion, das kleinste Haus Großbritanniens. Ein kleines, schmales, gedrängtes, rotes Etwas, Entrance 50 Pence, wir sparen uns das. Die Fish & Chips in einer hafennahen Kneipe dagegen können wir uns nicht versagen und sind auch nicht enttäuscht – COD, der Kabeljau, als Filet paniert mit ebenso frischen Chips – herrlich, und sogar ich werde satt...







Castle Beaumaris

Mittlerweile haben wir strahlend blauen Himmel, uns zieht es weiter nch BEAUMARIS. Hier, auf der sturmumtobten Insel Anglesey, der legendären Druideninsel Mona, genießen wir den Blick über den MENAI STRAIT, den schmalen Meeresarm, hinüber auf die Gipfel des Snowdonia Reviers – traumhaft schön! Schon jagen wieder Wolken von Süden heran, verhüllen die Gipfel und den Himmel über dem Festland. Wir fahren wieder zurück zu dem Ort, von dem unsere Vermieterin sagt "Wenn es eine große dunkle Wolke über Wales gibt, dann liegt sie genau über Betws-y-coed", bummeln im Dorf noch mal ins Royal Oak, lassen den Abend gemütlich ausklingen...

Wieder hat es die Nacht geregnet und wir müssen Betws-y-coed verlassen und unser schönes Bed & Breakfast Guesthouse TAN DINAS. Schweren Herzens verlassen wir die Berge, denn wie sieht unsere nächste Unterkunft aus, wie die Umgebung? Doch zuerst fahren wir über LLANBERIS nach CAERNARFON, noch mal vorbei an "unserem" Gipfel YR WYDDFA bis wir das mittelalterliche Segontium erreichen. Hier hat Edward I. eine weitere Trutzburg gegen die Waliser errichtet und gleichzeitig eine der imposantesten. Hier hat er auch durch einen Trick den Anspruch der englischen Krone auf Wales untermauert – er seinen Sohn als Prince of Wales krönen. Dieses Castle wirkt unwahrscheinlich wehrhaft und trotzig und dennoch hat es keinen einzigen Kampf zu bestehen gehabt. Doch in den schattigen Gängen, auf den Zinnen, Türmen dieser Burg kann man sich schon fast verlaufen, wenn man alle besichtigt, ist zumindest ein Muskelkater in Erwägung zu ziehen. Nach einem intensiven mehrstündigen Bummel durch das Castle schlenderten wir durch die Stadt bevor wir uns auf die Straße nach Süden begaben. Unsere Tour führt uns durch PORTHMADOG und DOLLGELLAU nach ABERYSTWYTH. Die Landschaft wechselt sich hier so stark ab: Meer, Berge, dichte Nadelwälder, kahle Gipfel und Seen...

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26.07.99 Oliver Mayfarth