Es war der Tag der großen Fahrt! Bereits kurz nach 8 Uhr starteten wir, kamen allerdings nur wenige Dörfer weit, da dort gerade Markttag war und dieses Treiben mussten wir einfach miterleben: ein riesiger Platz, voller Batikstoffen, Früchte und Krimskrams. Dabei überwogen allerdings eindeutig die Bananen, ganze Äste wurden angeboten, fast mannshoch, für 1.500 Rupien. Und kaum blieben wir stehen, bildeten sich Menschentrauben um uns, starrten uns neugierig an, was wir taten oder kauften war sehr interessant. Zwei Jungen drängelten sich immer wieder vorbei um vor die Kamera zu gelangen.... und lächelten... Als zwei Kinder etwas Schokolade erhielten, probierten sie erst einmal ganz vorsichtig, leckten daran bis die Gesichter zu strahlen begannen... Abseits der Touristensiedlungen, außerhalb ihrer mit Stacheldraht umzäunten Festungen, geht das Leben hier noch andere Wege, sind die Einwohner noch unverdorben von den Errungenschaften der Hochzivilisation. Den Unterschied bemerkt man am deutlichsten auf dem Weg vom Hochland zu den Metropolen der Küste, wie Colombo mit seinem Verkehrschaos und all seinem Glanz und Dreck. Doch vorher kamen wir an die Küste, nach Tagalla, einem kleinen Fischerort, der noch beschaulich ruhig war, mit traumhaften Stränden und Buchten. Das Gleicher erlebten wir wenige Kilometer westwärts in Unawatata. Hier bemerkt man das Wachsen des Tourismus schon deutlicher, da die Hippies sich von den nördlicheren Orten bereits hierher verzogen haben. Und auch hier sollen demnächst Hotelburgen wachsen. Doch dagegen regt sich Protest, da die Korallenbänke vor der Küste bedroht sind... Entlang der Küste sehen wir einige Stelzenfischer, bei der momentanen Brandung angeln sie allerdings nur Touristen, auf deren Trinkgeld für Fotos sie hartnäckig bestehen. Dann kommt Galle in Sicht, mit seiner um 1640 angelegten holländischen Festung, die wir teilweise besichtigen. Hier verlässt uns auch unser Führer, der im Hinterland der Stadt wohnt. Wir fahren weiter nordwärts in dem dichter werdenden Verkehr. In den Vororten Colombos beginnt der Stau, doch das ist kein Stau mehr, das ist ein Blechwirbel auf der Strasse! Einmal sind es vier Spuren, dann wieder nur Eine. Drängeln. Hupen. Rücksichtslos jede Lücke ausnutzend bewegen sich alle möglichen und unmöglichen Gefährte durch den Trubel... Es geht hinein in die Dämmerung, auf der Überholspur sind Kühe, Tuk-Tuks drängeln sich vor uns. Vollbremsung. Gas. Doch es gibt Hoffnung, nach der nächsten Brücke das ersehnte Ortsschild Waikkal und nach einer kurzen Strecke stehen wir mit unserem Gepäck am Rande des Flusses auf einem Holzsteg, der sich zu bewegen beginnt - die Fähre zum Hotel...
Es ist wie so oft, die großen Erlebnisse, die aktive Erholung, ist vorüber,
das Relaxen beginnt und schon drehen sich die Zeiger schneller.... Das Meer
ist hier nicht so schön, eher schmutzig. Und so verbringen wir die Tage
mit kurzen Ausflügen, zum Beispiel bei einem Weihnachtsbummel in Negombo:
Die Gassen des srilankischen Rom sind überfüllt, laut und heiß!
Doch zuerst sammelten wir einige Eindrücke auf dem Fischmarkt. In der Hitze
liegen auf großen Planen die Fischstücke zum Trocknen, der frisch
gefangene Fisch wird zerhackt, kleiner Exemplare von den Frauen gelegentlich
von Sand befreit im immer gleichen Wasser während die Fischer am Strand
ihre Netze ausschütteln um auch den letzten kleinen Fisch auf den Verkaufsstand
zu bringen. Die Krähen in der Nähe hoffen auf das Misslingen dieses
Unterfangens und sobald sie ein silbriges Blitzen in sicherer Entfernung von
den Menschen entdecken stürzt sich der ganze Schwarm auf das Fischlein.
Außer uns waren hier kaum Touristen zu sehen, auch später beim Einkaufstrubel
in der Stadt waren wir mehr von Einheimischen umgeben... Das traf auch auf die
"Restaurants" zu, die wir besuchten. Für uns wurde sogar Tisch
und Stühle abgewischt und wir bekamen auch frische Gläser sowie den
einzigen Aschebecher der Lokalität... Nach der Rückkehr ins Hotel
liefen dort schon die Vorbereitungen auf das Gala-Dinner auf Hochtouren: Palmen
wurden mit bunten Lämpchen und Lauflichtern behängt und ein Pseudo-Weihnachtsbaum
aus trockenen Ästen zusammengebaut. Schließlich hatten wir zu Einbruch
der Dunkelheit eine eher amerikanische Atmosphäre erreicht, die dann gegen
Mitternacht mit einem Feuerwerk am Strand gekrönt wurde..