19.12.97 EMBILIPITAYA


Kühl und nebelig war es am Morgen in Nuwarah Eliyah. Leichter Nieselregen umgab uns bei der Abfahrt. Gerade hatten wir den Ort hinter uns gelassen, als wir uns auch schon unter einem tiefblauem Himmel befanden und hinter uns lag eine dicke Wolke, die den Ort verschlang. Vor uns eine traumhafte Hochgebirgslandschaft wie wir sie noch nie gesehen hatten, mit all dem Grün, den Teefeldern... Serpentinenabwärts, südlich ging die Fahrt, während die Wolken weiter quollen, flüchteten wir vor ihnen aus dem Gebirge. Irgendwann waren wir dann auch auf dem Nullniveau angelangt und die Straßen wurden enger, schmäler und holperiger bis wir den Nationalpark streiften und in unserem Hotel anlangten. Nach einem späten Mittagessen ging es hinaus auf Safari in den Uda Walawe, der für seine Elefanten bekannt ist. Dieser Park ist der Jüngste und erst seit wenigen Jahren für die Touristen freigegeben. Er bildet damit eine Alternative zum YALE Park, der als einziger weiterer Park noch betretbar ist. Zwei andere Parks sind auf Grund des Sicherheitsrisikos nicht begehbar, da sie im Norden bzw. Südosten des Landes liegen. Mittlerweile hatten wir den Park erreicht, nachdem uns ein Wolkenbruch fast davon abgehalten hatte. Der Glückliche zieht das Glück an - und wir die Elefanten! Schon nach einer kurzen Fahrt erreichten wir eine Herde, die rechts von uns weidete und schließlich vor und hinter uns den Weg kreuzte. Inklusive Nachzügler, der jämmerlich trompetend den Rest rief und schließlich im Elefantengalopp aufschloss. Direkt zu unsere Linken posierte eine Kleinfamilie vor unseren Kameras, mit ihrem Jungen in der Mitte. Und dieses schon etwas ältere Baby bekam dann in aller Ruhe erst einmal die Brust, kurz darauf folgte allerdings eine Drohgebärde nachdem das Kleine und auch die Älteren öfters ihre langen Nasen in unsere Richtung gestreckt hatten und die Luft prüfend einsogen, kam der ältere Elefant auf uns zu, brüllend und den Rüssel erhoben, blieb er nur wenige Meter vor unserem Jeep und meinem Camcorder stehen! Doch nach einer kurzen Abwehrbewegung des Rangers zog er sich wieder zurück. Wie wir später erfuhren, hatte es allerdings einige Wochen zuvor einen richtigen Angriff gegeben, bei dem ein Elefant mit seinem Kopf den Kühler eines Jeeps gerammt hatte! Noch waren wir glücklich über das Wetter, hatte es doch während unserer Mittagspause den schon erwähnten Wolkenbruch gegeben. Doch nach unserer Elefantenstory dauerte es nicht mehr lange bis die nächsten Wolken heranzogen und sich in einem gewaltigen Erguss entleerten. Dieses Spiel ging dann noch zwei bis dreimal so. Vor allem unsere Geschicklichkeit war dabei beim Auf- und Zurollen der Planen gefragt. Aber mit etwas Übung bekamen wir das auch in den Griff und so konnten wir noch eine PHYTON und verschiedene Vogelarten (Eisvogel, Haubenadler, Seeadler usw.) beobachten. Mit Einbruch der Dämmerung verließen wir den Park, doch durch die kurze, tropische Dämmerung bedingt, fuhren wir schon bald im Dunkeln durch die Dörfer. Ohne Straßenbeleuchtung, nur kleine Lampen erhellten die Häuser sowie Läden und Stände, die Funzeln der Mopeds (soweit vorhanden) und Petroleumlampen gaben dem Ganzen einen unwirklichen Touch. Und auf der ganzen Strecke begleitete uns das Winken der Einheimischen! Schon auf der Fahrt in den Park fiel uns das auf - sie sind Weiße noch nicht so gewohnt. Wenn wir nur etwas lächelten, war der Dank ein breites, offenes Lachen...
Die Zimmer unseres Hotels Mitten am Rande des UDA WALAWE NATIONALPARKES sind halb in den See hineingebaut, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit sind nach der klaren Hochlandluft der absolute Schock für uns. Und jetzt, in der Zeit nach der Dämmerung, sind die kleinen Tierchen mit dem großen Durst und dem langen Rüssel erwacht und sehr fidel! Elefanten? Neeein! Moskitos! Aber deren Durst ist mit dem der großen Rüsseltiere vergleichbar. Wir haben das Zimmer verriegelt, der Ventilator an der Decke klappert vor sich hin und draußen rufen 1001 Tiere...

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