Kühl und nebelig war es am Morgen in Nuwarah Eliyah. Leichter Nieselregen
umgab uns bei der Abfahrt. Gerade hatten wir den Ort hinter uns gelassen, als
wir uns auch schon unter einem tiefblauem Himmel befanden und hinter uns lag
eine dicke Wolke, die den Ort verschlang. Vor uns eine traumhafte Hochgebirgslandschaft
wie wir sie noch nie gesehen hatten, mit all dem Grün, den Teefeldern...
Serpentinenabwärts, südlich ging die Fahrt, während die Wolken
weiter quollen, flüchteten wir vor ihnen aus dem Gebirge. Irgendwann waren
wir dann auch auf dem Nullniveau angelangt und die Straßen wurden enger,
schmäler und holperiger bis wir den Nationalpark streiften und in unserem
Hotel anlangten. Nach einem späten Mittagessen ging es hinaus auf Safari
in den Uda Walawe, der für seine Elefanten bekannt ist. Dieser Park ist
der Jüngste und erst seit wenigen Jahren für die Touristen freigegeben.
Er bildet damit eine Alternative zum YALE Park, der als einziger weiterer Park
noch betretbar ist. Zwei andere Parks sind auf Grund des Sicherheitsrisikos
nicht begehbar, da sie im Norden bzw. Südosten des Landes liegen. Mittlerweile
hatten wir den Park erreicht, nachdem uns ein Wolkenbruch fast davon abgehalten
hatte. Der Glückliche zieht das Glück an - und wir die Elefanten!
Schon nach einer kurzen Fahrt erreichten wir eine Herde, die rechts von uns
weidete und schließlich vor und hinter uns den Weg kreuzte. Inklusive
Nachzügler, der jämmerlich trompetend den Rest rief und schließlich
im Elefantengalopp aufschloss. Direkt zu unsere Linken posierte eine Kleinfamilie
vor unseren Kameras, mit ihrem Jungen in der Mitte. Und dieses schon etwas ältere
Baby bekam dann in aller Ruhe erst einmal die Brust, kurz darauf folgte allerdings
eine Drohgebärde nachdem das Kleine und auch die Älteren öfters
ihre langen Nasen in unsere Richtung gestreckt hatten und die Luft prüfend
einsogen, kam der ältere Elefant
auf uns zu, brüllend und den Rüssel erhoben, blieb er nur wenige Meter
vor unserem Jeep und meinem Camcorder stehen! Doch nach einer kurzen Abwehrbewegung
des Rangers zog er sich wieder zurück. Wie wir später erfuhren, hatte
es allerdings einige Wochen zuvor einen richtigen Angriff gegeben, bei dem ein
Elefant mit seinem Kopf den Kühler eines Jeeps gerammt hatte! Noch waren
wir glücklich über das Wetter, hatte es doch während unserer
Mittagspause den schon erwähnten Wolkenbruch gegeben. Doch nach unserer
Elefantenstory dauerte es nicht mehr lange bis die nächsten Wolken heranzogen
und sich in einem gewaltigen Erguss entleerten. Dieses Spiel ging dann noch
zwei bis dreimal so. Vor allem unsere Geschicklichkeit war dabei beim Auf- und
Zurollen der Planen gefragt. Aber mit etwas Übung bekamen wir das auch
in den Griff und so konnten wir noch eine PHYTON und verschiedene Vogelarten
(Eisvogel, Haubenadler, Seeadler usw.) beobachten. Mit Einbruch der Dämmerung
verließen wir den Park, doch durch die kurze, tropische Dämmerung
bedingt, fuhren wir schon bald im Dunkeln durch die Dörfer. Ohne Straßenbeleuchtung,
nur kleine Lampen erhellten die Häuser sowie Läden und Stände,
die Funzeln der Mopeds (soweit vorhanden) und Petroleumlampen gaben dem Ganzen
einen unwirklichen Touch. Und auf der ganzen Strecke begleitete uns das Winken
der Einheimischen! Schon auf der Fahrt in den Park fiel uns das auf - sie sind
Weiße noch nicht so gewohnt. Wenn wir nur etwas lächelten, war der
Dank ein breites, offenes Lachen...
Die Zimmer unseres Hotels Mitten am Rande des UDA WALAWE NATIONALPARKES sind
halb in den See hineingebaut, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit sind nach
der klaren Hochlandluft der absolute Schock für uns. Und jetzt, in der
Zeit nach der Dämmerung, sind die kleinen Tierchen mit dem großen
Durst und dem langen Rüssel erwacht und sehr fidel! Elefanten? Neeein!
Moskitos! Aber deren Durst ist mit dem der großen Rüsseltiere vergleichbar.
Wir haben das Zimmer verriegelt, der Ventilator an der Decke klappert vor sich
hin und draußen rufen 1001 Tiere...