Unsere Tour führte uns heute von COLOMBO nordwärts durch kleinere Städte wie KAJINGAMA, das ist der Ort in dem hauptsächlich CASHEW-Nüsse angebaut und weiterverarbeitet werden. Da standen die hübschesten Mitglieder der Familien am Straßenrand und versuchten die vorbeifahrenden Autos anzuhalten und zum Kaufen dieser leckeren Nüsse zu überreden. Einige Orte weiter wiederholte sich dieses Szenario mit ANANAS. Auch hier Stände im ganzen Dorf und der Preis betrug ab 10 Rupien aufwärts (weniger als 50 Pfennig). Neu für uns war der Anbau - die Ananas wird auf Feldern gezogen, die Pflanze ist agarvenartig und mittendrin wächst die Frucht.
Wir
haben gerade unser Essen beendet, sind beim obligatorischen Tee angelangt und
draußen gibt es einen kleinen Wolkenbruch - dabei ist die Luftfeuchtigkeit
auch so schon hoch genug, nach dem Essen sind wir total durchgeschwitzt. Es
gab Curry: Reis als Hauptgericht und außen herum werden die einzelnen
Beilagen plaziert: Kochbananen, Hühnchen Hot und Mild, getrockneter Fisch
(schmeckt salzig), Rindfleisch, Linsen (gelb und scharf), geraspelte Bohnen,
Auberginengemüse (absolut gut!), Süßwasserfische (ohne Namen),
grüner geraspelter Salat und Karottenraspelsalat und vielleicht noch irgend
etwas, das ich vergaß bei all der Vielfalt. Ach ja - very hot Pepperonis!
Und als Vorspeise BAPADH (Chips) und CHUTNEY (mild). Aber was heißt hier
schon mild... Und da es sich hier um ein singhalesisches Essen handelte, wurde
auch so gegessen - mit den Fingern. Dazu werden die Finger der rechten Hand
benutzt indem mit den Fingerspitzen der Reis mit den Beilagen vermischt wird,
anschließend wird etwas davon auf vier Fingerspitzen genommen und mittels
des Daumens in den Mund geschoben. Das klingt alles so einfach, ich aber steckte
bis zu den Fingerknöcheln im
Reis!
ANURADHAPURA war natürlich der "Hauptort"des Tages - die ehemalige
Königsstadt, die einst so groß gewesen sein soll wie Paris (50 Quadratkilometer),
besteht aus vielen ruinösen Granitsäulen und DAGOBEN, die alle um
300 v.u.Z. entstanden sind. Den Grundstein für den relativen Reichtum der
Stadt, die schon sehr nördlich liegt, bilden drei Stauseen, deren Ältester
bereits vor 2400 Jahren angelegt wurde. Nach dem die Stadt fast eintausend Jahre
in Vergessen schlummerte, wurde sie erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt.
Etwas jünger ist der Ableger des originalen BO-BAUMES, unter dem SIDDHARTA
GAUTAMA, besser bekannt als BUDDHA, in einer Vollmondnacht seine Erleuchtung
fand. Dieser zur Zeit älteste heilige Baum der Welt wurde 200 v.u.Z. hier
gepflanzt und bildet heute ein Heiligtum und Pilgerziel - nicht nur für
Touristen. Vor dem Betreten des heiligen Bezirkes mussten die Schuhe ausgezogen
werden und es erfolgte eine Leibesvisitation und Gepäckkontrolle, schärfer
als in Israel! Überhaupt ist die Militärpräsenz hier unwahrscheinlich
hoch und die Sicherheitsmaßnahmen nehmen weiter zu. So wurde zum Beispiel
der Parkplatz vor sechs Monaten weiter nach außerhalb verlegt, da damals
ein Überfall der "Tigers" stattfand, bei dem sie singhalesische
Uniformen benutzten und mit einem Armeelaster direkt bis an den Parkplatz fuhren
und eine überhundertköpfige Pilgergruppe erschossen...
Nach
diesem Heiligtum folgten weitere Dagoben mit MONDSTEINEN. Während der Fahrt
erläuterte uns Pearl, unser Führer, einige Grundlagen des BUDDHISMUS.
Vorbei geht die Fahrt an KUTTAM DOUNNA, dem Doppelbad der Mönche und der
noch nicht restaurierten ABHAYAGIRI DAGOBA. Unser nächstes Ziel war die
Statue des segnenden Buddha in AUKANA. Mit 12 Meter Höhe ist sie zwar nicht
die höchste Buddhastatue des Landes, aber mit Sicherheit eine der Beeindruckendsten.
Als wir die Statue verließen, fiel bereits die Dämmerung über
das Land, in einer sehr dichten Dunkelheit ging die Fahrt bis nach SIGIRYIA,
vorbei an von Funzeln erhellten Hütten, Straßen entlang, die keine
Beleuchtung vertrugen...